Deutsch, Englisch
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Die Reise nach Jerusalem
Video-Installation, 6:16 Min., 2003

Die Arbeit besteht aus zwei Teilen, der gebeamten Projektion des Spielverlaufs und dem
auf einem Monitor gezeigten Film über die erste Begegnung meiner Eltern.
Das Spiel ?Die Reise nach Jerusalem" thematisiert den Wettbewerb. Es lässt sich auf
verschiedene Situationen übertragen: auf Selektionsprozesse, wie sie etwa im Kunstsystem
stattfinden, bei Bewerbungen um Jobs und Stipendien. Im projezierten Film spielt eine
Gruppe von Studenten in einer Art Versuchssituation in einem leeren Raum.
Im auf dem Monitor gezeigten Film erzählen meine Eltern von ihrer ersten Begegnung auf
einem Faschingsball. Die Geschichte, abwechselnd aus beiden Perspektiven erzählt, ertönt
aus dem Off, während beide in ihrem gegenwärtigen Zuhause in ihren damaligen Kostümen
gezeigt werden. Sie sind in ihre alltäglichen Tätigkeiten vertieft. Meine Mutter sieht
man im Indianerkostüm bei der Gartenarbeit, meinen Vater als Matrose bei der Büroarbeit
und auf dem Balkon bei der Betrachtung des Geschehens auf der Strasse.
Die Erinnerung der beiden ist eine persönliche, andererseits eine universale, bedenkt man
die Häufigkeit, in der sich Paare auf Faschingsfesten kennenlernen. Auf den Wettbewerb in
der Liebe spielt auch die Bewegung des Spiels an, das Herumwandern und sich immer wieder
Niederlassen, die Suche nach einer Person und das (sich) Finden.
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